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Cannabis – Einsatz in der Medizin

Was ist das eigentlich genau?

Jugendliche

Cannabis ist der lateinische Begriff für Hanfpflanze und gehört zu den ältesten bekannten Rauschmitteln mit einer jahrtausendealten Tradition als Nutz- und Heilpflanze.

Es gibt eine weibliche und eine männliche Form der Pflanze. Sie beinhaltet mehr als 60 Cannabinoide, so nennt man ihre spezifischen Inhaltsstoffe mit pharmakologischer Wirkung.

Hauptwirkstoffe von Cannabis sind Tetrahydrocannabinol (THC, auch Dronabinol genannt) und Cannabidiol (CBD), deren Gehalte je nach Pflanzensorte erheblich schwanken. Darüber hinaus enthält die Cannabispflanze weitere Inhaltsstoffe, die medizinisch nützlich sein können, darunter ätherische Öle (Terpene) sowie Flavonoide.


Einsatz in der Medizin

THC, der Hauptwirkstoff von Cannabis, ist seit 1998 in Deutschland als Medikament verschreibungsfähig. Ärzte können ihren Patienten THC-haltige Medikamente mit den Inhaltsstoffen Dronabinol oder Nabilon verordnen, wenn ihrer Einschätzung nach eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome zu erwarten ist.

Dies kann unter anderem in der Schmerzmedizin der Fall sein oder bei bestimmten chronischen Erkrankungen, ebenso bei schwerer Appetitlosigkeit und Übelkeit.

THC und die wichtigen medizinischen Anwendungen
Im Gesetzestext wurde darauf verzichtet, einzelne Erkrankungen oder Symptome für die Gabe von Cannabis aufzuführen. Daran verdeutlicht sich die Tatsache, dass nach streng wissenschaftlichen Kriterien der medizinische Einsatz von Cannabis nicht hinreichend erforscht ist.

Als etablierte Indikationen gelten derzeit jedoch:
Einsatz in der Schmerztherapie – insbesondere bei sogenannten neuropathischen Schmerzen, Spastik bei Multipler Sklerose, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.

Hinweise auf positive Wirkungen gibt es in vielen medizinischen Fachgebieten – von neurologischen Indikationen (Spastik, Bewegungsstörungen) über dermatologische Erkrankungen zu augenärztlichen (Glaukom), internistischen (Arthrose und Arthritis, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) und psychiatrischen Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen, ADHS) sowie weiteren Erkrankungen.
Der Einsatz von Cannabis wird oft erst dann empfohlen, wenn andere Therapiemaßnahmen nicht erfolgreich waren.


Cannabis-Agentur regelt Anbau in Deutschland

Cannabis als Medizin soll in Deutschland künftig unter staatlicher Aufsicht vertrieben werden. Dafür wurde beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine staatliche Agentur eingerichtet.

Ziel dieser Einrichtung ist es, schwer kranke Patienten bis zum Jahr 2019 mit hierzulande angebautem Cannabis in pharmazeutischer Qualität zu versorgen. Bislang wird die Pflanze für den medizinischen Einsatz aus den Niederlanden und aus Kanada bezogen.


TK-Report fasst Studienlage zusammen

Ein aktueller im Auftrag der TK erstellter wissenschaftlicher Report zu Cannabis als Medizin arbeitet die bisherige Studienlage auf. Er kommt zu dem Ergebnis, dass folgende Krankheiten und Anwendungsbereiche eine denkbare Indikation für eine Therapie mit medizinischem Cannabis darstellen:

chronische Schmerzen,

  • Spastizität bei Multipler Sklerose und Paraplegie,
  • Epilepsie,
  • Übelkeit und Erbrechen nach Chemotherapie sowie
  • Appetitsteigerung bei HIV/AIDS.

 

Mögliche Indikationen für Medizinal-Cannabis sind demnach

  • Angststörungen,
  • Schlafstörungen,
  • Tourette-Syndrom und
  • ADHS – auch wenn dazu kaum wissenschaftliche Belege vorliegen.

 

Keine Wirksamkeit von Cannabis besteht hingegen bei den

  • Indikationen
  • Depressionen,
  • Psychosen,
  • Demenz,
  • Glaukom und
  • Darmerkrankungen.

Auf folgender Website erfahren sie mehr über solche Themen:
https://www.jolie.de/leben

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