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29.01.2009 Pressemeldung
EdelmanMarketing/PR

10. Edelman Trust Barometer: Vertrauenswerte im freien Fall

Wirtschaftsunternehmen weltweit mit massivem Vertrauensverlust – Banken und Energiesektor in Deutschland am stärksten betroffen – Hoher Erwartungsdruck an Unternehmen, gemeinsam mit Regierungen die Krise zu lösen – Menschen wie Du und ich bleiben in Deutschland glaubwürdigste Informationsquelle

Frankfurt, 29. Januar 2009Wirtschaftsunternehmen haben 2008 weltweit einen massiven Vertrauensverlust erlitten. Zu diesem Ergebnis kommt das zehnte Edelman Trust Barometer, bei dem zum Ende des letzten Jahres weltweit 4.475 Meinungsführer zum Thema Vertrauen in Institutionen (Regierung, Wirtschaft und Medien) befragt wurden. Demnach geben 62 Prozent der befragten Entscheider an, dass sie weniger Vertrauen in Wirtschaftsunternehmen als ein Jahr zuvor haben. In den USA sinkt das Vertrauen in die Wirtschaft um 20 Prozentpunkte auf das europäische Niveau ab. Die Ausnahme bilden Schwellenländer sowie vereinzelt Staaten mit traditionell starker Regierungsbeteiligung in der Wirtschaft.

Die Ergebnisse der Umfrage belegen, wie sehr die globale Finanz- und Wirtschaftskrise auch in Deutschland zu einer Vertrauenskrise führt. Fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten bestätigten, dass sie vor dem Hintergrund der Ereignisse weniger Vertrauen in die Wirtschaft haben als noch im Vorjahr. Weltweit und auch in Deutschland ist der Bankensektor besonders betroffen: Weltweit sank das Vertrauen von 56 auf 45 Prozent. In Deutschland halbierte es sich sogar fast gegenüber dem Vorjahr auf 23 Prozent (2007: 42 Prozent). Erhebliche Vertrauens-einbußen mussten auch Unternehmen aus der Energiebranche hinnehmen (21 Prozent, Vorjahr: 33 Prozent).

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

·         Die Verursacher der Krise: Während weltweit und auch innerhalb der Europäischen Union Regierungen und Wirtschaft gleichermaßen als Verursacher der Krise gesehen werden, sehen die Deutschen die Verantwortung stärker auf Seite der Wirtschaft. Bei Energiekosten sind es 86 Prozent (Regierung: 70 Prozent), Finanzkrise: 88 Prozent (Regierung: 67 Prozent), Klimawandel: 87 Prozent (Regierung: 68 Prozent).

·         Vertrauensvakuum in allen Institutionen: Der massive globale Vertrauensverlust in die Wirtschaft wird nicht ausgeglichen durch Vertrauenszuwachs in andere Institutionen. Das Vertrauen in Regierungen stagniert weltweit (44 Prozent gegenüber 43 Prozent im Vorjahr). In Deutschland steigt das Vertrauen von 27 Prozent im Vorjahr auf 35 Prozent. Dieser Wert liegt allerdings im globalen Vergleich immer noch unter dem Durchschnitt.

·         Regierungen für Lösung verantwortlich: Rund zwei Drittel der Befragten sehen vor allem die Regierungen in der Pflicht, die derzeitige Krise zu überwinden. Insbesondere bei der Finanzkrise sehen 44 Prozent die Lösung bei der Regierung und nur 22 Prozent bei den Banken selbst. Die Forderungen beschränken sich jedoch nicht nur auf die Überwindung der Wirtschaftskrise, sondern erstrecken sich auf viele Bereiche des öffentlichen Lebens wie Energiekosten oder den Klimawandel.

·         Gesellschaftliches Engagement gefragt: Zwei von drei Befragten äußern die Erwartung, dass die Wirtschaft eng mit den Regierungen und Interessengruppen in allen großen gesellschaftlichen Fragen zusammenarbeitet. In Deutschland liegt der Wert mit 60 Prozent etwas niedriger.

„Unsere Märkte sind vom Vertrauensvakuum regelrecht bedroht. Gerade in Deutschland werden die Vertrauensverluste in die Wirtschaft nicht von anderen Institutionen aufgefangen. Vertrauen ist leider kein Null-Summen-Spiel. Der starke Wunsch nach Regulierung, stärkerer Kontrolle des Staates und aller am Marktgeschehen beteiligten Stakeholder ist ein Hilferuf der Gesellschaft“, erläutert Cornelia Kunze, Geschäftsführerin von Edelman Deutschland.

·         Vertrauen wichtig für Reputation und kommerziellen Erfolg: Für die Reputation von Unternehmen bei deutschen Meinungsführern geben vor allem die Qualität von dessen Services und Produkten sowie der Umgang mit den Mitarbeitern den Ausschlag (beide 94 Prozent). Fast gleichauf mit 93 Prozent rangiert bereits die Vertrauenswürdigkeit des Managements. Zugleich haben Vertrauen oder Misstrauen konkrete Kaufentscheidungen zur Folge: 48 Prozent der Befragten haben in den letzten 12 Monaten bei Misstrauen Produkte eines Unternehmens nicht gekauft, 50 Prozent gaben ihre Kritik an Freunde und Bekannte weiter, 21 Prozent teilten ihre Kritik an Unternehmen online mit anderen.

·         Die Vertrauenswürdigkeit von CEOs erreicht einen Tiefpunkt:
„Menschen wie Du und ich“ sind mit Abstand die vertrauenswürdigste Informationsquelle über ein Unternehmen (65 Prozent). An zweiter Stelle rangieren NGOs mit 41 Prozent. Die Vertrauenswürdigkeit von CEOs erreicht einen Tiefpunkt. Waren es 2008 immerhin weltweit noch 36 Prozent der Befragten, die den Verlautbarungen eines CEO glaubten, sind es nun nur noch 29 Prozent. In Deutschland sehen sich CEOs sogar noch stärkeren Vorbehalten gegenüber: Nur 19 Prozent der Befragten vertrauen ihnen.

·         Online-Medien stabil auf hohem Niveau, klassische Medien weiterhin glaubwürdig: Die klassischen Medien haben in Deutschland noch – anders als global – eine Vorrangstellung, wenn es um Glaubwürdigkeit von Informationen über Unternehmen geht. Den Spitzenwert erzielen Wirtschaftsmedien (69 Prozent), gefolgt von Fernsehen und Radio (61 bzw. 54 Prozent). Eine Schlüsselrolle als glaubwürdige Informationsquelle spielen auch Mitarbeiter (46 Prozent). Stabil auf hohem Niveau bleiben unabhängige Online-Informationsquellen wie Wikipedia mit 41 Prozent.

·         Deutsche Unternehmen genießen weltweit Vertrauen: Die Nationalität eines Unternehmens hat nach wie vor entscheidenden Einfluss auf das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Davon profitieren besonders deutsche Unternehmen: Fast gleichauf mit Unternehmen aus Schweden (73 Prozent) liegen sie an der Spitze des weltweiten Vertrauens (72 Prozent). Dieser Wert ist ungeachtet der Krise fast unverändert geblieben. Schlusslichter bilden China und Russland.

„Die Studienergebnisse legen den Schluss nahe, dass Wirtschaftsunternehmen ihr Verhalten umfassend umstellen müssen“, erläutert Edelman-Geschäftsführerin Cornelia Kunze: „Partnerschaften mit NGOs und Regierungen werden explizit gefordert. Ebenso versprechen ein stärkeres Orientieren des eigenen Handelns am gesellschaftlichen Nutzen sowie eine umfassende, dialogorientierte Kommunikation dabei offenbar den größten Erfolg beim Vertrauensaufbau.“

Es empfehle sich für Unternehmen, so Kunze weiter, sich intensiv der gesellschaftlichen Diskussion zu öffnen und Produkte und Services so zu konzipieren, dass diese einen integralen Beitrag zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen leisten. Dabei spielt Kommunikation eine zentrale Rolle. Kunze betont: „Wenn externe Informationsquellen und Mitarbeiter glaubwürdiger sind als die Vertreter der Unternehmensspitze, ist klar, wie die Kommunikationsstrategien aufgesetzt werden müssen: Hin zu einem kontinuierlichen Dialog mit allen Stakeholdern, über die klassischen Medien ebenso wie über partizipative Plattformen, auch im Internet.“

Zur direkten Weiterverarbeitung ist dieser Text im Internet abrufbar unter: http://www.edelman-newsroom.de

Über das Edelman Trust-Barometer:

Das Edelman Trust-Barometer ist eine jährliche Umfrage, in der weltweit Meinungsführer zu Vertrauen und Glaubwürdigkeit von Institutionen, Unternehmen und Medien befragt werden. Die inzwischen zehnte Studie wurde von StrategyOne durchgeführt, einem Marktforschungsunternehmen, das zum Edelman Netzwerk gehört. Dazu wurden zwischen dem 5. November und 14. Dezember 2008 in 30-minütigen Telefoninterviews 4.475 Meinungsführer aus den Altersgruppen 25-34 Jahre und 35-64 Jahre befragt.

Als Meinungsführer wurden Personen definiert, die einen Hochschulabschluss besitzen, deren jährliches Haushaltseinkommen sich im oberen Viertel ihres Landes befindet und die im politischen, wirtschaftlichen und medialen Bereich engagiert sind.

Über Edelman:

Edelman ist mit 3.200 Mitarbeitern und 54 Büros weltweit die größte unabhängige PR-Firma. Holmes Report kürte Edelman zur „Global Agency of the Year”, PR Week zur Large PR Agency of the Year 2008”. Advertising Age setzte Edelman als erste und einzige PR-Agentur auf die „Agency A-List“, die Liste der Top Ten Kommunikationsagenturen weltweit. Gleichzeitig wählte Advertising Age Richard Edelman, den Präsident und CEO von Edelman, zum „Agency Executive of the Year“.

Das Edelman Netzwerk umfasst verschiedene Spezialfirmen, die gemeinsam ein breites Spektrum an Kommunikationsleistungen bieten: Blue (Werbung), First&42nd (Management Consulting), StrategyOne (Marktforschung) und BioScience Communications (medizinische Weiterbildung und Veröffentlichungen).

In Deutschland agiert Edelman an den Standorten Berlin, Frankfurt, Hamburg und München und bietet besondere Expertise in den Bereichen Corporate Communications, Consumer Marketing, Technology und IT, Healthcare und Consumer Health, Public Affairs und Government Relations, Digital Communications und Online Conversations. Kunden sind unter anderem Chiquita, Continental AG, Diageo, E.ON Energie AG, Mars, Microsoft, Novartis, Shell, Starbucks und Unilever.

Pressekontakt:

Edelman Deutschland

Cornelia Kunze, CEO

Telefon +49 40 37 47 98-12

cornelia.kunze@edelman.com

Björn-Christian Hasse

Telefon +49 69 75 61 99-52

bjoern.hasse@edelman.com

http://www.edelman.com/de

http://przweinull.de

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