edelman-newsroom

Antisemitismusdebatte – Kollegah & Farid Bang

Vorgeschichte

Am 1. Dezember 2017 erschien das Album des Rapduos “Jung, Brutal, Gutaussehend 3”, bzw. kurz “JBG3”. Die beiden Rapper Kollegah und Farid Bang sind für ihre extrem gewalttätigen Texte bekannt und diese Stilschiene fahren sie nun schon seit mehreren Jahren. Es sollte also niemanden gewundert haben, dass JBG3 im gleichen Stil gehalten wurde. Zumal die Vorgänger “JBG” und “JBG2” ebenfalls in eine sehr agressive Richtung gingen. Nun steht vor allem Kollegah aufgrund angeblichem Antisemitismus in der Kritik.

Kollegah, Antisemitismus, Farid Bang, Debatte

Kollegah auf einem Konzert

Was ist passiert?

In dem Song “0815” der beiden, rappte Kollegah die Zeile “Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“. Das sorgte für Kritik: Erstmals griff die Bild nach der Echo-Nominierung von JBG3 als das “Beste Album des Jahres” das Thema auf. Sie kritisierte die Texteile und stellte beide Rapper als antisemitisch da. Des Weiteren fragten sie in einem Interview bei der Echo-Geschäftsführerin Rebecca Heinz nach, warum Musiker mit “diesen Hass-Liedern” überhaupt nominiert werden dürfen. Darauf Heinz: “die Sprache des Battle-Rap ist hart und verbale Provokationen sind ein typisches Stilmittel”: “Die Kunst- und Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, angesichts der Textzeilen in ‘0815’ haben wir aber tatsächlich den Ethik-Beirat gebeten, sich mit dem Produkt zu beschäftigen.” Der Echo wird in 22 Kategorien mit jeweils 5 Nominierten vergeben. Für die Nominierung sind die Verkaufszahlen entscheidend. Bei der Preisvergabe fließt aber seit dem letzten Jahr das Votum einer rund 500-köpfigen Fachjury zu 50 Prozent in das Ergebnis ein. Auch der Sender RTL kritisierte die beiden Rap-Kollegen heftig.

Nachdem sich ein unabhängiger Ethikbeirat des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) mit der besagten Zeile beschäftigt hat, ist man zu folgendem Ergebnis gekommen: Die künstlerische Freiheit ist in dem Fall des Rap-Duos “nicht so wesentlich übertreten”, dass ein man die beiden von dem Echo ausschließen müsste

JBG, Kollegah, Farid Bang, Antisemitismus

Das Cover des 1. Album´s

Was sagen Kollegah und Farid Bang zu den Vorwürfen?

Die beiden haben sich mehrfach für die Zeile entschuldigt und eingesehen, dass sie geschmacklos ist. Jedoch gehören Lines wie diese ganz simpel zum Hip-Hop. Sie distanzieren sich komplett von den Antisemitismus-Vorwürfen und haben den jüdischen Fans sogar angeboten, dass sie umsonst auf ihre Konzerte  kommen würden. Doch die Rapper stecken nicht nur ein. Vor Allem Kollegah verurteilt RTL und Bild als Hetzer und meint, was die Medien versuchen, sei Zensur. Auf Instagram fordert er Fans auf, ihre Meinung in der Kommentarfunktion der Bild zu äußern. So sagt er “Die Leute sind heute wach. In Zeiten von Streaming und YouTube macht sich jeder sein eigenes Bild. Sei ein Teil von ‘#AlphakellerBanger gegen Mainstream Medien”

Bertelsmann Music Group beendet Zusammenarbeit

Die Bertelsmann Music Group (BMG) verkündigte, dass sie die Zusammenarbeit mit dem Rap-Duo vorerst beenden will. Seit dem jüngsten Album “JBG3” der beiden Künstler, standen sie bei der Plattenfirma unter Vertrag. Die BMG wolle nicht mit Antisemitismus asoziiert werden und haben sich so dazu zu den notwendigen Schritten entschieden.  Der Vorstandschef Hartwig Masuch entschuldigt sich bei den Menschen, die sich verletzt fühlen. Er selbst meint: “Ich finde diese Zeilen auch geschmacklos, meine Mitarbeiter und ich stehen mit den Künstlern in Kontakt, und die distanzieren sich klar von jeder Form von Antisemitismus. Das tun wir auch.”

 

Next Post

Previous Post

© 2018 edelman-newsroom

Theme by Anders Norén